MARSANO Kunst

Natur und Kunst sind seit Jahrhunderten eng miteinander verwoben. Die Darstellung der Natur hat sich allerdings in den vergangenen Jahren in ihrer Bedeutung, Wahrnehmung und Repräsentation gewandelt, welches auch von zeitgenössischen Künstler*innen reflektiert wird. Vor diesem Hintergrund finden mehrmals im Jahr Ausstellungen bei MARSANO statt, die sich der Schnittstelle von Kunst und Natur widmen. Gemeinsam mit der Kunstberaterin Julia Rosenbaum werden unterschiedliche künstlerische Positionen eingeladen.

Rosenbaum Art Advisory: juliarosenbaum.com

#5 Yvonne Roeb: Collagen

Ob Skulpturen, Zeichnungen oder Collagen Yvonne Roebs Arbeiten stellen Mutationen aus Menschen-, Tier-, Pflanzen- und Mineralwelten dar. Sie changieren zwischen dem Realen und dem Unbewussten und thematisieren die Wechselwirkung zwischen geschaffener Welt und Natur sowie deren Verletzlichkeit und Vergänglichkeit.
Die Ausstellung zeigt erstmals drei Werkblöcke von Yvonne Roeb, die sich allein mit dem Medium der Collage beschäftigen: „Dame Nature“, 2016, „Erotic Plants“, 2017, und „Organs“, 2017 – 2020.
Ihre Motive findet Roeb in ihrer Sammlung an historischen Büchern und Zeitschriften über Natur- und Tierkunde sowie Kunst- und Kulturgeschichte. Dabei ist das Papier, seine Haptik und die Art des Druckes für sie bei der Auswahl mit entscheidend. Durch zum Teil kleinste Veränderungen und Hinzufügungen transformiert Roeb allgemein gültige Formen und Bedeutungen. Wie im Surrealismus der 1930er und 1940er-Jahre, wo diese Technik seine theoretische Fundierung und größte Verbreitung fand, erzielt Roeb verblüffende Wirkungen. Die bewusste Verfremdung des Bekannten und das Hinzufügen von Textfragmenten sorgt für Irritation, von der der Betrachter*in einerseits angezogen, andererseits zurückgewiesen wird. Jede einzelne Collage entfaltet eine starke suggestiv-rätselhafte Kraft: Entstammen sie naturwissenschaftlicher Forschung, einem spirituellen Kontext oder unseren eigenen Träumen? Dabei ist Gleichzeitigkeit von Gegensätzlichem, wie etwa das Gute und das Böse, das Göttliche und das Diabolische, ein wichtiger Aspekt der künstlerischen Arbeit von Yvonne Roeb.

Geboren 1976 in Frankfurt a. M. studierte Yvonne Roeb Kunstgeschichte und Freie Kunst bei Timm Ulrichs und Katharina Fritsch, deren Meisterschülerin sie war. Ihre Werke werden international ausgestellt und sind in privaten wie öffentlichen Sammlungen vertreten. Neben einer Vielzahl von Auszeichnungen wird die Berliner Künstlerin durch ein Atelierstipendium der Hessischen Kulturstiftung 2022 in Paris leben und arbeiten. 


Yvonne Roeb – Collagen
17.9. – 18.12.2021

#4 Mirjana Vrbaški: Odd Time

In der Ausstellung Odd Time bringt Mirjana Vrbaški ihre Serie preisgekrönter Frauenporträts Verses of Emptiness (seit 2009) zusammen mit neuen psychologisch aufgeladenen Waldlandschaften aus der Serie  7/8 (seit 2017).

Mirjana Vrbaškis künstlerische Praxis wurzelt im fotografischen Bild als Medium der Sichtbarmachung von Komplexität. Bei ihrer Serie Verses of Emptiness handelt es sich um großformatige Frauenporträts. In Abgeschiedenheit des Studios arbeiten Vrbaški und ihr Modell in Stille und Konzentration, um – wie Vrbaški sagt: „die Oberflächenschichten des Modells abzuziehen.“ Vor neutralem Hintergrund reduziert Vrbaškis ihre Porträts auf ein Minimum an visuellen Elementen, bis eine oft beunruhigende Ebene freigelegt wird. Diese zeitgenössischen und zugleich zeitlosen Darstellungen der Frauen gewähren einen Einblick in ihr Inneres und entziehen sich dennoch weiterhin einer einfachen Ausdeutung.

In ihrer Serie 7/8 reflektiert Mirjana Vrbaški Idealvorstellungen von Landschaft und deren Darstellungen innerhalb der Kunst- und Kulturgeschichte. Sie knüpft an romantische Vorstellungen von Landschaft und an kulturhistorische und philosophische Fragestellungen des Erhabenen an. Entstanden sind die Waldfotografien vor der dalmatinischen Küste auf der Insel Korčula. Dort verbrachte die Künstlerin als Kind gemeinsam mit ihrer Familie häufig die Sommermonate. Als die Bürgerkriege in Jugoslawien ausbrachen, endeten diese Urlaube ebenso abrupt wie ihre Kindheit. Die ästhetische Erfahrung der vermeintlich puren Landschaftsdarstellung kippt mit dem Wissen um die Geschichte des Landes und ihrer Bedeutung für die Künstlerin in Unbehagen. So spielt die Serie 7/8 mit verschiedenen Zugängen zu Kunst, Geschichte und der Biografie der Künstlerin. Die Fotografien thematisieren durch ihre Vielschichtigkeit archaische Erfahrungen wie die des Krieges, der Entwurzelung und des inneren Ortes des Glücks.

Im Mai 2021 ist die erste Monographie Odd Time im Kerber Verlag erschienen, in der Mirjana Vrbaški beide Serien in einem Dialog gegenüberstellt. 

Mirjana Vrbaški (*1978 in Montreal) ist eine serbisch-kanadische Künstlerin. Nach ihrem BA in Literatur in Kanada absolvierte Vrbaški das Studium der Fotografie an der Royal Academy of Art in Den Haag (2010). Ihre Serie Verses of Emptiness wurde u.a. für den Renaissance Photography Prize, den Taylor Wessing Photographic Prize und den LensCulture Portrait Prize nominiert. Vrbaški hat an internationalen Ausstellungen wie im  Fotomuseum Den Haag (NL), der Transformer Station Cleveland (USA) und dem Museum Kranenburgh (NL) teilgenommen. Sie ist in internationalen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, darunter in der National Portrait Gallery, im Fries Museum und in der Transformer Station Cleveland. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

01.05. – 28.8.2021

#3 Michelle Jezierski: Between the Lines

Michelle Jezierskis kraftvolle Werke widmen sich der Auseinandersetzung mit Licht, Raum und Farbe. Zwischen Abstraktion und Figuration werden unterschiedliche räumliche Dimensionen miteinander verwoben und zu lichtdurchfluteten, oft grafisch komplexen Landschaftskompositionen verwandelt. Dabei ist die Natur Inspiration und Ausgangspunkt zugleich, um Fragen der Wahrnehmung und Raumerfahrung im Werk zu verhandeln. „Between the Lines“ unterstreichen das Interesse Jezierskis, den Bildraum so in seiner Zweidimensionalität zu modellieren, dass das Naturschauspiel wie eine Faltung der Bildfläche inszeniert wird.


Geboren 1981 in Berlin studierte Michelle Jezierski von 2002 bis 2005 an der Universität der Künste Berlin bei Tony Cragg sowie an der Cooper Union New York. 2008 machte sie ihren Abschluss bei Valérie Favre an der UdK. Ihre Werke wurden international ausgestellt und sind in privaten wie öffentlichen Sammlungen vertreten. Michelle Jezierski lebt und arbeitet in Berlin.

11.9.2020 – 16.1.2021

#2 Paul Hutchinson: Aufbruch

In der Ausstellung Aufbruch zeigt Paul Hutchinson eine Zusammenstellung kürzlich entstandener Arbeiten, die vor Allem sein beständiges Interesse an Natur innerhalb des städtischen Raums widerspiegelt. Durch gezieltes Kontextualisieren setzt er Verbindungen zu den gewohnten Themen seiner Arbeit wie Straßenkultur und dem Fragen nach sozialer Mobilität. Momente von Fragilität und Poesie begegnen uns innerhalb einer rauen Umwelt. Das Motiv des Voranschreitens, des Weggehens, des Verlassens, ist präsent. Dank dieser Bildwelten stellt Hutchinson eine individuelle Stimme unserer Zeit dar, die sowohl politische als auch formelle Fragen an unsere Gesellschaft stellt. 

Paul Hutchinson (*1987 in Berlin, deutsch / irischer Staatsbürger) hat an der Universität der Künste Berlin und am Central Saint Martins College of Art and Design, London, studiert. In seiner fotografischen Arbeit und in seinen Texten betrachtet er gesellschaftliche Phänomene des urbanen Lebens wie Jugendkultur oder Klassenstrukturen. Er wurde unter anderem mit Förderungen und Preisen der Berlinischen Galerie, des Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Universität der Künste ausgezeichnet. Bislang hat er vier Monographien veröffentlicht. Nach mehreren Stationen im Ausland lebt und arbeitet er nun wieder in seiner Heimatstadt, Berlin. 

Opening Days 19.06.20, 16 –20 Uhr 20.06.20, 11 –15 Uhr

Ausstellungsdauer 20.06.20 – 05.09.20

Closing Days 04.09.20, 16 – 20 Uhr 05.09.20, 11 – 15 Uhr

Lesung und Gespräch mit Paul Hutchinson und Julia Rosenbaum 04.09.20, 18:30 Uhr 

#1 Sonya Schönberger: Kommoditäten

Vernissage: 23. Januar 2020, 17 Uhr
Ausstellungsdauer: 24. Januar 2020 – 03. April 2020
Artist Lecture: 06. März 2020, 18:30 Uhr
Sonya Schönberger: Kenyan Roses for the Kingdom
Moderation von Julia Rosenbaum, Art Advisory

sonyaschoenberger.de, juliarosenbaum.com

Hier im Radiointerview: https://cashmereradio.com/episode/stadtgeschehen-13-blumen-marsano-w-andreas-namysl-sonya-schoenberger/

SOLID AIR by Sarah Illenberger

Die Illustratorin Sarah Illenberger hat in Zusammenarbeit mit Marsano eine Serie von Blumensträußen aus Luftballons kreiert. Referenz waren die Marsano-Bouquets, die sie vereinfacht und auf ihre primären Formen und Farben reduziert hat. Die dabei entstandene Still-Life-Serie zelebriert die Leichtigkeit des Seins.Acht Motive, verschiedene Formate, erhältlich via https://shop.sarahillenberger.com/collections/solid-air-l

Edition

Die Marsano-Edition sind inspirierende Produkte, die wir zusammen mit Designern und Künstlern entwickeln. 

Marsano Edition Poster:  Die Textildesignerin Nadine Goepfert hat exklusiv für Marsano eine Serie  an floralen Collagen entworfen.  Die Edition wurde erstmals bei der Ausstellung FLOWERS ON PAPER präsentiert, besteht aus sechs Motiven und ist bei uns im Karten – und Plakatformat erhältlich.